Eine deutliche Mehrheit der Vereinsvertreter im Fußballkreis Dieburg stimmte am Dienstagabend bei einer Videokonferenz für den Abbruch der Saison 19/20. Die Aufsteiger sollen unter Anwendung der Quotientenregel ermittelt werden, Absteiger soll es in den einzelnen Ligen dagegen nicht geben.

HFV muss 32 Meinungsbilder bündeln

Damit ergab sich im Dieburger Fußballkreis ein ähnliches Meinungsbild wie zuvor in den benachbarten Kreisen Offenbach und Hanau. Kreisfußballwart Heinz Zulauf wird das Ergebnis der Umfrage nun an den Hessischen Fußballverband weiterleiten, der die Meinungsbilder aus den 32 hessischen Fußballkreisen bündelt. Am kommenden Samstag (16. Mai)  soll in einer Videokonferenz des Verbandsvorstandes eine (Vor-)Entscheidung darüber fallen, wie mit der aktuellen Saison umgegangen wird. Die Entscheidung, die für ganz Hessen gelten soll, muss anschließend noch von einem außerordentlichen Verbandstag abgesegnet werden. 

Mindestens 20 Vereine wollen Abbruch ohne Absteiger

Vertreter von 33 der 38 am Aktiven-Spielbetrieb teilnehmenden Vereine oder Spielgemeinschaften im Fußballkreis Dieburg hatten in der Videokonferenz ihre Meinung geäußert. 20 Vereine stimmten für einen Saisonabbruch und die Ermittlung der Aufsteiger in den einzelnen Ligen unter Anwendung der Quotientenregelung (erreichte Punktzahl geteilt durch Anzahl der absolvierten Spiele x 100). Die Quotientenregelung wäre nötig, da die Mannschaften teilweise eine unterschiedliche Anzahl an Spielen absolviert haben. Absteiger soll es nach dieser Variante nicht geben.

Weitere Szenarien finden keine Mehrheit

Für Variante zwei (Saisonabbruch, Ermittlung Auf- und auch Absteiger unter Anwendung der Quotientenregelung) stimmten zehn Vereine. Drei Vereinsvertreter sahen eine Fortsetzung der Saison im Herbst als beste Lösung an. Als möglicher Termin einer Saisonfortsetzung wurde von Seiten des Kreisfußballausschusses der 20. September genannt. Variante Nummer vier (Annulierung der Saison, also Saisonabbruch ohne Wertung) wurde entgegen der ursprünglichen Planung nicht zur Abstimmung gestellt. Ein von Verbandseite eingeholtes Rechtsgutachten - so Heinz Zulauf - habe ergeben, dass diese Variante rechtlich nicht möglich sei. Eine genaue Auswertung der Abstimmung im Fußballkreis Dieburg will Zulauf in den kommenden Tagen erstellen. Dann werden auch die Stimmen jener Vereine in der Statistik auftauchen, die ihre Meinung per E-Mail an den Kreisfußballausschuss geschickt hatten. Entscheidend verändern wird dies das Meinungsbild nicht.

Sportplätze bleiben zu

HFV-Präsidiumsmitglied Frank Illing, der an der Videokonferenz teilnahm, ließ durchblicken, dass an einem Saisonabbruch in den hessischen Fußballligen wohl kein Weg vorbei führt. Darauf lassen die bisherigen Meinungsbilder in den Fußballkreisen schließen. Spannender könnte es bei der Frage werden, ob die Saison mit oder ohne Absteiger abgebrochen wird. Wegen Ladungsfristen könne der außerordentliche Verbandstag, auf dem die endgültige Entscheidung fällt, nicht wie geplant am 30. Mai, sondern wohl erst in der Kalenderwoche 24 (8. bis 14. Juni) stattfinden, so Illing. Im Verlauf der Videokonferenz diskutierte der Vorsitzende des Verbandsausschusses für Qualifizierung und Vereinsentwicklung mit den Vereinsvertretern unter anderem über die seit letzter Woche mögliche Wiederaufnahme des Trainingsbetriebes. Es wurde deutlich, dass viele Vereine mit Blick auf die vielfältigen Vorgaben und mögliche Haftungsrisiken das Training erst einmal weiter ruhen lassen.