120 Minuten, bis zum Einbruch der Dunkelheit, kämpften am Freitag Viktoria Urberach II und die KSG Georgenhausen II im Relegations-Rückspiel zur Kreisliga A Dieburg scheinbar gegen den Abstieg bzw. um den Aufstieg. Dass dieses Spiel überflüssig war, es um gar nichts mehr ging und beide Mannschaften bereits vor dem Anpfiff für die A-Liga qualifiziert waren, wussten nur Eingeweihte. Die behielten ihr Wissen für sich.

A-Liga-Relegation durch SG Langstadt/Babenhausen überflüssig

Überflüssig war das Spiel spätestens am Donnerstag geworden. Der Grund liegt in Babenhausen. Germania Babenhausen und der TSV Langstadt, der eigentlich aus der Kreisoberliga Dieburg/Odenwald in die Kreisliga A Dieburg abgestiegen war, bilden künftig eine Spielgemeinschaft, die in der KOL antreten wird. Da die Langstädter als A-Ligist wegfallen, waren die Relegationsspiele zur A-Liga Dieburg bedeutungslos. Viktoria Urberach II, am Freitag nach dem 1:1 nach Verlängerung gegen Georgenhausen II eigentlich in die B-Liga abgestiegen, hält die Klasse.

Bildergalerie Viktoria Urberach II - KSG Georgenhausen II

"Wirtschaftliche Gründe"

Babenhausen und Langstadt hatten beim Kreisfußballausschuss bis zum 31. Mai fristgerecht einen Antrag auf eine Spielgemeinschaft gestellt. Diese wurde laut Kreisfußballwart Heinz Zulauf per E-Mail am vergangenen Donnerstag (7. Juni) vom Hessischen Fußballverband genehmigt. Diese Entscheidung gab Zulauf aber zunächst nicht weiter. Aus „wirtschaftlichen Gründen“, wie Zulauf am Sonntag meinte. Da das Hinspiel in Georgenhausen bereits absolviert worden war, habe er die Urberacher nicht um die Einnahmen des Rückspiels bringen wollen. So spielten Urberach und Georgenhausen am Freitag 120 Minuten um die goldene Ananas.

Freier Platz durch Spielgemeinschaft

In geheimener Mission  wurde auch an der Spielgemeinschaft Langstadt/Babenhausen gewerkelt.  Die Langstädter, Mitte vergangener Woche auf Nachfrage offiziell noch auf Trainersuche ("Wir suchen noch, vielleicht gibt es am Wochenende eine Entscheidung") für ihre neue A-Liga-Mannschaft, hatten längst den gemeinsamen Antrag mit  Babenhausen auf eine Spielgemeinschaft eingereicht. Die Spielgemeinschaft wird weitgehend  in Langstadt spielen und von Babenhausens bisherigem Spielertrainer Mario Moretti trainiert.

Spielbericht Testspiel über 120 Minuten (nicht mehr ganz aktuell)

Die zweite Mannschaft von Viktoria Urberach muss in die Kreisliga B Dieburg absteigen. Im Relegations-Rückspiel gegen die KSG Georgenhausen II machte Urberach zwar nach 90 Minuten die 0:1-Hinspielniederlage wett, in der Verlängerung glich Georgenhausen aber zum 1:1 aus. Die KSG, die in der B-Liga Tabellenzweiter geworden war, steigt damit in die A-Liga auf.

Frühe Viktoria-Führung

Dabei sah es für Urberach zunächst gut aus. Gleich mit der ersten Chance ging die Viktoria nach einer Viertelstunde in Führung. Auf Vorarbeit von Hamed traf Cedric Kudernak aus kurzer Distanz zum 1:0. Christopher Friedrich (34., Georgenhausen) und Abdelaziz Hamed (43, Urberach) hatten gute Möglichkeiten. 
Nach der Pause bemühten sich beide Teams zwar, waren aber nicht zwingend genug. Erst kurz vor Schluss war Jannis Deak mit einem Weitschuss gefährlich, nach dem anschließenden Eckball brachten mehrere Urberacher den Ball nicht im Tor unter. 

Ampelkarte für Huder

In der Verlängerung, in der das Spiel wegen angehender Rasensprenger kurz unterbrochen war und Urberachs Routinier Alexander Huder die gelb-rote Karte sah, traf Georgenhausens Christian Sic per Kopf zum 1:1. In Unterzahl hatte die Viktoria keine Chance mehr auf die erneute Führung.

Viktoria Urberach: Speck, Unterleider, Huder, Bayraktaroglu, Deak, Spina, Lotz, Hamed, Kudernak, Hamed, Lang (Hirsch, T. Schröter, Weigand)

Tor: 1:0 Kudernak (15.), 1:1 Sic (105.) - Gelb-Rot: Huder (93., Urberach)