Als am Samstag die Empfehlung des Vorstandes des Hessischen Fußballverbandes (HFV) publik wurde, die Saison abzubrechen, liefen die Nachrichten und Glückwünsche auf dem Handy von Naser Selmanaj im Sekundentakt ein. Auch wenn ein Verbandstag die Empfehlung noch absegnen muss, darf sich der Trainer des SV Münster mit seiner Mannschaft mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit über die Meisterschaft in der Gruppenliga Darmstadt und den Aufstieg in die Verbandsliga Süd freuen.

"Mega, dass wir den Aufstieg geschafft haben"

Natürlich sei es schade, dass seinem Team die emotionale Seite des Gewinnes einer Meisterschaft genommen werde, so Selmanaj. "Das ist dennoch mega, dass wir den Aufstieg geschafft haben. Die Jungs haben es sich verdient." Die Münsterer, die letztmals am 8. März beim 3:1-Derbysieg gegen Hassia Dieburg im Einsatz waren, liegen nach 21 Spielen mit 48 Punkten einen Zähler vor der spielgleichen SG Dersim/VFR Rüsselsheim.

Ungewissheit beendet

„Ich habe aber nicht einen Millimeter daran gezweifelt, dass wir den Aufstieg auch auf dem Platz geschafft hätten", meint Selmanaj, dessen Team lediglich eine Saisonniederlage kassiert hat. Es mache Sinn, dass man jetzt von Seiten des Verbandsvorstandes eine (Vor-)Entscheidung getroffen habe und somit die Ungewissheit wie und ob es mit der Saison weiter geht, beendet wurde. Für den 45-Jährigen, der 2016 - damals als Interimstrainer - bereits Kreisoberliga-Meister wurde, ist es bereits der zweite Aufstieg mit dem SV. Dass der verdient ist, dürfte auch die Konkurrenz anerkennen. Im vergangenen Jahr hatten die Münsterer als Dritter noch sehr knapp den Relegationsplatz verpasst. 

Hassia und Lengfeld halten wohl die Klasse

Auch der Tabellenvierzehnte SC Hassia Dieburg, der einen der fünf Abstiegsplätze in der Gruppenliga belegt, darf sich freuen. Wird die HFV-Vorstandsempfehlung vom Verbandstag abgesegnet, dann gibt es keine Absteiger. „Am grünen Tisch sind wir stark“, scherzte Trainer Christian Enders am Samstag. In der vergangenen Runde hatte die Hassia über die Aufstiegsspiele den Sprung in die Gruppenliga zunächst knapp verpasst. Durch die Ergebnisse in den Relegationsspielen zu anderen Ligen reichte es Tage später aber dennoch zum Aufstieg für die Dieburger. Nun der Klassenerhalt aufgrund des Saisonabbruchs. „Wir sind natürlich froh, dass wir in der Liga bleiben können. Ich bin allerdings überzeugt davon, dass wir es auch so noch geschafft hätten“, so Enders. Die Hassia hatte nur einen Punkt Rückstand zum rettenden Ufer. „Wir hätten es aber auch hingenommen, wenn vom Verband anders entschieden worden wäre“, so Enders. Mit dem TSV Lengfeld, der nur sechs Punkte in 18 Spielen holte, bleibt aller Voraussicht nach auch der abgeschlagene Tabellenletzte in der Gruppenliga.