Bislang verläuft die Saison für die SG Langstadt/Babenhausen in der Kreisoberliga Dieburg/Odenwald nahezu perfekt. Die Mannschaft von Spielertrainer Mario Moretti steht souverän an der Tabellenspitze. Die erst im Sommer gebildete Spielgemeinschaft zwischen dem TSV Langstadt und Germania Babenhausen ist nach 17 Spieltagen sogar noch ungeschlagen.

Tabelle & Statistik Kreisoberliga

Entsprechend zufrieden sind die Verantwortlichen. Dass es so gut läuft, hatten sie jedenfalls nicht erwartet. "Die Spielgemeinschaft war aus der Not heraus geboren, der eine hat den anderen gebraucht", gibt Christian Segeth, der den TSV Langstadt im Spielausschuss vertritt, unumwunden zu. Die Langstädter waren in der vergangenen Saison sportlich aus der Kreisoberliga abgestiegen, zudem war die Spielerdecke sehr dünn. Babenhausen hatte zwar mehr Personal und stand sportlich als Tabellenvierter der KOL-Saison 17/18 deutlich besser da. Allerdings hakte es bei der Germania bei der Infrastruktur. So brachte Babenhausen etwas mehr Spieler aus ihrem alten Kader in die SG ein, der TSV stellt dafür Spiel- und Trainingsgelände.

Kein Licht in Babenhausen, gute Bedingungen in Langstadt

Gespielt und trainiert wird  ausschließlich in Langstadt. Dort sind die Bedingungen gut. Spielertrainer Mario Moretti  spart nicht mit Lob. "Wir sind sehr dankbar für das Umfeld. Die Plätze sind überragend, die Leute kümmern sich um uns und feuern uns an", sagt Moretti. Kein Vergleich zur vergangenen Saison auf dem Gelände in Babenhausen: "Da gab es in den Kabinen kein Licht, das Wasser war kalt und die Heizung war nur Deko", erinnert sich Moretti. Als Folge eines Streits mit der Stadt inklusive Kündigung des Pachtvertrages konnte die Germania das städtische Gelände am Ostheimer Hang nur noch eingeschränkt nutzen. Zeitweise gab es keinen Strom. Ein Vereinsleben war wegen der geschlossenen Gaststätte ebenfalls nur schwer mehr möglich. Ohnehin schauten bei den Germania-Spielen, wohl auch als Folge der Querelen im Zuge der gescheiterten Fusion mit dem SV Sickenhofen, trotz ansprechender Leistungen  nur wenige zu.In Langstadt stimmt dagegen das Drumherum, was sicher eines der Erfolgsgeheimnisse des ungeschlagenen Spitzenreiters ist. "Hier können wir uns voll auf Fußball konzentrieren", so Mario Moretti.

Passt wie die Faust aufs Auge

Von großem Vorteil ist, dass die nach der Langstädter Abstiegssaison "übrig" gebliebenen Spieler auf Positionen spielen, auf denen die alte Germania-Mannschaft Lücken hatte.  "Das passt wie die Faust aufs Auge", freut sich der Spielertrainer."Wir stehen in der Defensive sehr stabil", nennt Moretti ein weiteres Erfolgsgeheimnis. Gerade einmal zehn Tore hat die SG bislang kassiert, mit Abstand die wenigsten in der Liga. Vier davon übrigens im ersten Spiel beim 4:4 gegen Aufsteiger Türkspor Beerfelden, wo lange noch nicht alles rund lief. Mit 41 Toren hat die SG hinter Sandbach und Klein-Zimmern die dritt meisten Tore geschossen. Alexander Haberkorn steht mit 19 Treffern an der Spitze der Torschützenliste. Die  Spieler hätten sich weiterentwickelt, sein Team sei in dieser Saison "eine eingeschweißte, eine wirkliche Mannschaft", sagt Mario Moretti. Bei der Germania habe er in den vergangenen Jahren viele "Häuptlinge, aber wenige Kämpfer" in der Mannschaft gehabt. Das sei nun anders, meint Moretti, der vor der Gründung der SG zwei Jahre die Germania trainiert hatte.

"Können uns nur selbst schlagen"

Große personelle Veränderungen in der Winterpause plant man bei der Spielgemeinschaft nicht. Bei der Germania hatte man vor zwei Jahren in der Winterpause einige Neuzugänge verpflichtet. "Dieser Schuss ging aber nach hinten los. Wir wollen nicht unnötig Unruhe in die Mannschaft bringen", sagt Toni Coppolecchia, der die Germania im Spielausschuss vertritt. Im Falle eines Aufstiegs - beide an der SG beteiligten Vereine haben eine Gruppenliga-Vergangenheit - wären allerdings Verstärkungen nötig. "Da ist unser Kader noch etwas zu klein,  man hat zuletzt auch bei der knappen Niederlage im Pokalspiel gegen Gruppenligist Lengfeld gesehen, das wir noch einige Defizite haben", so Coppolecchia. Bei möglichen Neuzugängen im kommenden Sommer will man den Fokus auf Spieler legen, die in Babenhausen ihre fußballerischen Wurzeln haben, mittlerweile aber woanders spielen.Für den Gruppenliga-Aufsteig ist Toni Coppolecchia optimistisch. "Wenn alles normal läuft, gibt es an der Spitze nichts mehr zu rütteln", sagt Coppolecchia. Christian Segeth und Mario Moretti sind zwar ebenfalls optimistisch, bleiben aber etwas vorsichtiger. "Wir lagen mit Langstadt vor zwei Jahren in der A-Liga 13 Punkte hinter Spachbrücken und sind dann doch noch Meister geworden", sagt Segeth.  Mario Moretti meint: "Im Fußball kann es schnell gehen. Aber wenn wir einigermaßen von Verletzungen verschont bleiben, können wir uns nur selbst schlagen."